Kühle Eleganz zur Tagundnachtgleiche: Antipole & Paris Alexander veröffentlichen „Winter Solstice“ EP

Wenn norwegische Gitarren-Melancholie auf britisches Produktions-Feingefühl trifft, entsteht meist etwas Magisches. Am 16. Februar 2026 ist es wieder so weit: Karl Morten Dahl (Antipole) und Paris Alexander krönen ihre langjährige Zusammenarbeit mit der „Winter Solstice“ EP. Wir von MTDF haben für euch reingehört und uns in den frostigen Soundlandschaften verloren.

Die Symbiose aus Kälte und Wärme

Es gibt Kollaborationen, die sich anfühlen wie das perfekte Puzzleteil. Antipole, das Projekt des Norwegers Karl Morten Dahl, ist seit Jahren ein fester Pfeiler für kristalline, post-punkige Gitarrenwände. Auf der anderen Seite steht Paris Alexander, der Singer-Songwriter und Produzent aus Brighton, dessen samtige Stimme und ausgefeiltes Gespür für elektronische Nuancen den Kompositionen die nötige Tiefe verleihen.

Eine Reise durch die Grauzonen des Lebens, vertont in einer Mischung aus treibendem Post-Punk und ätherischem Dark Wave.

Review: Die „Winter Solstice“ EP im Check

Pünktlich zum Ausklang des Winters 2026 liefert das Duo den passenden Soundtrack für die blauen Stunden. Die EP umfasst vier Tracks (plus Remixe), die eine deutliche Weiterentwicklung zeigen.

  1. Der Sound: Dahls Gitarren klingen schärfer denn je, fast wie Eiskristalle, die an einer Fensterscheibe zerbrechen. Paris Alexander bettet diese Härte in warme Synthesizer-Teppiche ein, die an die Hochphase der 80er-Jahre erinnern, ohne jemals retro-verliebt oder staubig zu wirken.
  2. Die Vocals: Alexander singt mit einer fast schon greifbaren Sehnsucht. Es geht um Isolation, das Vergehen der Zeit und die Hoffnung, die im tiefsten Winter verborgen liegt.
  3. Anspieltipp: Der Titelsong „Winter Solstice“ besticht durch eine hypnotische Basslinie, die sofort in die Beine geht, während die Gitarrenmelodie das Herz erreicht. Ein garantierter Club-Hit für die schwarzen Tanzflächen.

Hinter den Kulissen: Künstler & Label

Hinter Antipole steckt die nordische Ruhe von Karl Morten Dahl, der es versteht, die Weite Norwegens in Reverb-getränkte Melodien zu übersetzen. Paris Alexander ist wiederum der Architekt im Hintergrund, der im „Blue Door Studio“ in Brighton nicht nur für den eigenen Sound, sondern auch für zahlreiche andere Genre-Größen (wie zuletzt The Blue Hour) den perfekten Mix kreiert.

Die EP erscheint sowohl digital als auch in einer streng limitierten Vinyl-Edition – ein Muss für Sammler.

Fazit: Ein Muss für die Post-Punk-Gemeinde

„Winter Solstice“ ist mehr als nur eine Zwischenveröffentlichung. Es ist ein Statement für Beständigkeit in einer schnelllebigen Zeit. Antipole und Paris Alexander beweisen erneut, dass Melancholie nicht Stillstand bedeuten muss, sondern eine treibende Kraft sein kann.

MTDF-Urteil: Ein atmosphärisches Meisterwerk, das die Kälte des Nordens und die Eleganz des britischen New Wave perfekt vereint. Packt die Mäntel aus, es wird frostig-schön!

Die EP findet Ihr Digital bei Bandcamp

Lykanthrope

Recent Posts

Vandal Moon: „Die Happy“ – Ein Tanz auf den Ruinen der Moderne

Vandal Moon beweisen mit „Die Happy“, dass Darkwave im Jahr 2026 lebendiger (oder schöner gestorben)…

1 Woche ago

Analoge Albträume: Adam Tristar lässt mit „VHS Horror Tape“ die Schatten tanzen

Wer Adam Tristar kennt, weiß, dass der Amsterdamer kein Freund von poliertem Pop-Kitsch ist.

1 Woche ago

La Main – Une Vie: Eine Reise durch die Kälte der Existenz

Wenn Pedro Peñas Robles und sein Label Unknown Pleasure Records zu einem neuen Release laden,…

1 Woche ago

Gary Numan feiert 45 Jahre „Telekon“: Jubiläums-Edition und unreleased Schätze

assend zum Jubiläum veröffentlicht Beggars Banquet eine umfassend kuratierte Neuauflage. Das Highlight für Vinyl-Enthusiasten ist…

2 Wochen ago

Darkways – Rust: Ein düsteres Meisterwerk erscheint heute auf Young and Cold Records

Heute ist ein besonderer Tag für alle Fans von Coldwave und Post-Punk: Darkways veröffentlichen ihr…

2 Wochen ago

Post-Punk Juwel: Years of Shame veröffentlichen Debütalbum „Primary“ auf Icy Cold Records

Die Post-Punk-Szene darf aufatmen: Mit "Primary" liefern Years of Shame ein atmosphärisches Meisterwerk ab, das…

3 Wochen ago