Mylla Issues – My(Rage) (Wave Records, Juni 2026)

Wut ist ein Gefühl, das die Szene oft verschweigt. Mylla Issues macht sie zum Titel.

Mit „My(Rage)“ legt die römische Künstlerin ihr Debütalbum vor, zwölf Tracks, die sich nicht entscheiden müssen zwischen Introspektion und Tanzfläche, weil sie beides gleichzeitig sind. Erschienen über das brasilianische Label Wave Records, das in der internationalen Dark-Szene längst für kuratierte Qualität zwischen Coldwave, Post-Punk und Minimal steht.


Aus Rom in die dunklen Clubs, wer ist Mylla Issues?

Mylla Issues ist eine Singer-Songwriterin aus Rom. Ihre Musik bewegt sich zwischen Synth- und Darkwave, wobei verträumte Soundscapes mit der nostalgischen Atmosphäre der 80er Jahre verwoben werden, aber stets betrachtet durch eine frische, zeitgenössische Linse.

Genau diese Spannung, zwischen damals und heute, zwischen Traum und Druck, macht ihren Sound aus. Kein Retro-Pastiche, sondern eine eigenständige Stimme, die die Tradition kennt und sie weiterdenkt.

Das Album entstand nicht im Alleingang. Produziert wurde es von Max Varani, mit zusätzlicher Produktion, Aufnahme und Mix von Matteo Gagliardi und Mastering von Fabio Fraschini. Eine handwerklich präzise Basis für ein Debüt, das selbstbewusster klingt, als es ein erstes Album sein müsste.


My(Rage), wenn Verletzlichkeit zur Bewegung wird

Schon der Titel ist ein Statement. „My(Rage)“, die eingeklammerte Wut, das Persönliche im Allgemeinen. Das Album verhandelt Identität, Transformation und die Befreiung, die im Loslassen liegt. Es romantisiert die Dunkelheit nicht, es nutzt sie als Energiequelle.

Den Ton setzte die Vorab-Single „Modern Vampires“, die bereits andeutete, wohin die Reise geht. Dunkel, scharf und perfekt für Goth-Clubs, verbindet der Track Darkwave-Ästhetik mit einem treibenden, tanzflächentauglichen Puls und denkt den Vampir als Symbol moderner Identität neu, distanziert, verführerisch und kompromisslos kraftvoll.

Es geht nicht um Nostalgie, sondern um Transformation, eine neue „Ceremony“, eine neue „Supremacy“, die aus dem Lärm aufsteigt. Mit hypnotischer Wiederholung und hymnischer Energie verwandelt „Modern Vampires“ Introspektion in Bewegung, wo schattige Atmosphären auf rohe, körperliche Befreiung treffen.

Ein Statement-Track, der den Ton für „My(Rage)“ vorgibt: intensiv, konfrontativ und unmöglich, dabei still zu stehen.

Ein dunkel-scharfer Track in voller Goth-Atmosphäre, begleitet von Techno-Elementen, ein mitreißender Clubtrack, der den Vampir als Symbol moderner Identität beschreibt: distanziert, verführerisch und unbeschämt kraftvoll. Und unmöglich, dabei stehenzubleiben. Blabbermouth


Zwölf Tracks zwischen Traum und Druck

„My(Rage)“ umfasst zwölf Songs und nutzt die volle Bandbreite zwischen verträumten Synthflächen und konfrontativem Dancefloor-Puls. Wer „Modern Vampires“ kennt, weiß, dass Mylla Issues die Balance hält zwischen atmosphärischer Tiefe und unmittelbarer körperlicher Energie, Musik fürs Kopfhörer-Versinken ebenso wie für die dunkle Stunde im Club.

Das Album reiht sich ein in das starke aktuelle Wave-Records-Programm, das mit Acts wie Child of Night, Instant Lake und Numa Echos die Speerspitze des zeitgenössischen Dark-Sounds abbildet.


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Fazit: „My(Rage)“ ist ein Debüt mit Haltung. Mylla Issues verbindet 80er-Nostalgie mit zeitgenössischer Schärfe und schafft ein Album, das genauso gut allein im Dunkeln wie mitten auf der Tanzfläche funktioniert. Ein vielversprechender Einstand einer Stimme, von der wir noch hören werden.

Wertung: 8/10 🖤

Lykanthrope

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