William Bleak – Neon Goth

Was ist „Neon Goth“? „Neon Goth“ ist das neue Album des Berliner Darkwave- und EBM-Projekts William Bleak, veröffentlicht am 12. Juni 2026. Ursprünglich als Zusammenstellung der 2024er Singles geplant, wurde es nach dem Tod eines Freundes zu einem eigenständigen, zutiefst persönlichen Werk. Das Album verbindet tanzbare Darkwave-Energie mit der mechanischen Härte von Electronic Body Music und coldwave-typischer Kälte.

Und so viel sei vorweg gesagt: Es ist eines der stärksten dunklen Elektronikalben dieses Sommers.


Wer ist William Bleak?

William Bleak ist ein Darkwave- und EBM-Projekt aus Berlin, das hinter dem Pseudonym des Künstlers Damien Hearse steht. Der Sound bewegt sich zwischen Coldwave, Darkwave, Electronic Body Music und Industrial, getrieben von kalten Synthesizern, pulsierenden Beats und einer durchgehend düsteren Atmosphäre.

Wer einen Blick auf die Veröffentlichungsliste wirft, versteht schnell, mit welcher Energie hier gearbeitet wird. Allein zwischen 2024 und 2025 erschienen Releases wie „Phantom Pain“, „Never Feel“, „Delirium“, „Beat and Bleed“, die „Asphalt/Concrete EP“, „Bitter Ends“ und „Ex Rent Boy“. William Bleak gehört damit zu den umtriebigsten Stimmen der neuen dunklen Elektronikgeneration. Encyclopaedia Metallum

Dass die EBM- und Industrial-Komponente kein Etikett von außen ist, zeigt der Künstler selbst: Tracks wie „Delirium“ werden von Damien Hearse ausdrücklich als ebm, electronic body music und industrial gekennzeichnet. Hier trifft die kühle Eleganz des Darkwave auf den mechanischen Druck der Tanzfläche. Draconian


Neon Goth, aus Trauer geboren

Was „Neon Goth“ von einer reinen Singles-Compilation unterscheidet, ist seine Entstehungsgeschichte. Ursprünglich sollte „Neon Goth“ eine einfache Zusammenstellung aller Singles aus dem Jahr 2024 sein. Der Tod eines Freundes inspirierte William Bleak jedoch dazu, ein eigenständiges Werk zu schaffen, etwas zutiefst Persönliches, das Gefühle, Ideen und Erfahrungen zum Ausdruck bringt. Massive Ego

Genau das hört man. „Neon Goth“ trägt eine emotionale Schwere, die über das bloße Aneinanderreihen von Tracks hinausgeht. Die Neon-Metapher des Titels passt perfekt, kaltes, künstliches Licht, das die Dunkelheit nicht vertreibt, sondern sie sichtbar macht. Maschinell und todtraurig zugleich.

Ein zentraler Track wie „Delirium“ zeigt diese Doppelnatur exemplarisch. Zwischen Zeilen wie „My mind, my soul, losing control again“ und „Dance with hate and love with violence“ entfaltet sich ein Sog aus Verfall, Begehren und Kontrollverlust, getragen von einem pulsierenden Beat, der trotz allem zur Bewegung zwingt. Reinste Körpermusik, emotional aufgeladen. Draconian


Zweimal live erlebt, zweimal mitgerissen

An dieser Stelle wird es für uns persönlich. Denn wir hatten bereits zweimal die Gelegenheit, William Bleak live zu erleben, und beide Male war es ein Erlebnis, das nachhallt.

Das erste Mal sahen wir ihn beim Stella Nomine Festival, das zweite Mal im Grend in Essen, mitten im Ruhrgebiet, quasi vor unserer Haustür. Beide Konzerte waren mitreißend und durchweg überzeugend. Was auf Platte kühl und maschinell pulsiert, entfaltet auf der Bühne eine ganz eigene, körperliche Wucht. Damien Hearse hat diese seltene Präsenz, die einen Raum sofort einnimmt, kalt und intensiv zugleich, und der Funke sprang an beiden Abenden mühelos über.

Wer also die Gelegenheit bekommt, William Bleak live zu sehen, sollte sie nutzen. Die Studioaufnahmen sind stark, aber die Liveerfahrung legt noch eine Schicht obendrauf.


Für wen ist Neon Goth?

„Neon Goth“ richtet sich an alle, die dunkle Elektronik nicht als bloße Pose verstehen, sondern als emotionales Ventil. Fans von Acts wie Ultra Sunn, Minuit Machine, Kalte Nacht oder dem härteren Ende des Darkwave werden sich hier sofort zuhause fühlen. Das Album funktioniert auf der dunklen Tanzfläche genauso wie über Kopfhörer in einer schlaflosen Nacht.


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Fazit: „Neon Goth“ ist mehr als die Summe seiner Singles. Aus einer geplanten Compilation wurde durch einen schmerzhaften Anlass ein zusammenhängendes, emotional dichtes Album. William Bleak verbindet die kühle Eleganz des Darkwave mit der mechanischen Wucht von EBM und beweist live wie auf Platte, dass hier eine der spannendsten Stimmen der aktuellen Berliner Dark-Elektronik am Werk ist.

Wertung: 9/10 🖤

Lykanthrope

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