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Euringer starten mit gleichnamigen Album – Ein Review

Wenn man den Namen Euringer hört, klingeln vielleicht nicht gleich die Glocken. Gräbt man aber ein bisschen tiefer, findet man heraus, dass hinter Euringer der bürgerliche Nachname vom Mindless Self Indulgence Sänger Jimmy Urin steckt. Jetzt läutet es vielleicht bei dem ein oder anderen. Denn ich glaube fast jeder hat schon mal zu "Never wanted to Dance" im Combichrist-Remix getanzt. Und da schließt sich wieder der Kreis. Wir sind bei Jimmy Urin und seinem Solo-Projekt Euringer.

Das Album

Unterstützt von Gastmusikern wie Grimes, Serj Tankian (System Of A Down), Gerard Way (My Chemical Romance) und Chantal Claret (Morningwood), dringt der inzwischen in Neuseeland wohnhafte US-Amerikaner auf “Euringer (Selections)” in Klanggefilde mit surrealistischen, psychedelischen und avantgardistischen Zügen vor.

Glaubt man dem Pressetext, sollte die Musik klingen als hätten Depeche Mode mit Frank Zappa als Produzent J Dilla und DJ Premiere für den Sound angeheuert. So der O-Ton von Mastermind Jimmy Urin. So ist es auch nur konsequent, dass Euringer den 16 Tracks umfassenden Tonträger mit Triggerwarning startet. Denn erwarten tut uns ein spannender Musiktrip mit zum Teil surrealistischen, wie auch psychodelischen und avantgardistischen Zügen.

Der Trip beginnt ehr verstörend mit If it ain´t you today it will be you tommorrow bevor der Track in eine erstklassige Dub-Step Nummer übergeht. Eine bessere Zusammenarbeit, als mit Serj Tankian hätte hier wohl kaum passen können. Problematic beginnt als 90er-Jahre Hip-Hop Track. Später lässt es die Wurzeln der Mindless Self Indulgence nicht verleugnen. "I´m not part of the solution, I am part of the problem" lässt keine Fragen aufkommen.

Bei That´s how Jimmy gets down bedient sich Euringer Stilelementen der frühen 80er Syntie-Pop Zeiten. Nach der alternative Rock Nummer Piece of me und dem etwas ruhigeren Instrumentalstück Internal Organs nimmt sich Jimmy Urin, Kate Bush´s Klassiker Wuthering Heights vor. Die Interpretation als Syntie-Pop Song steht der Nummer. Wobei man sich fragt, wie es Urin schafft in diese Stimmhöhen vorzudringen.

"I don´t belive in a Rock´n´Roll Band. It´s the loneliest Job in the World" Das hoffe ich doch mal nicht. Denn Detroit and only Halfway Thru the Tour ist einer meiner klaren Anspieltipps der Platte. Der abwechlungsreiche Track macht einfach gute Laune, und stimmt somit auf die Zusammenarbeit mit Chantal Claret bei Fuck Everything ein.

Nach The Medicine does not control me, für das man sich Grimes mit ins Boot geholt hat, erwartet uns das zweite Cover des Longplayers. Micheal McDonalds What a Fool belives bekommt Euringers ganz eigenen Stempel aufgedrückt und avanciert zu einer sehr avantgardistischen Interpretation.

Kommen wir zum zweiten Anspieltipp. Do you kiss your Mama with that Mouth? nimmt einen sofort mit und lädt spätestens im Refrain zum Pogo ein. Und wo man sich schon mal eingesprungen hat kann man bei Sailer in a Life Boat gleich weitermachen.

Nach Random EMO Top Line Generator nimmt das Solo-Debut mit Two and a Half Years sein Ende.

Fazit:

Jimmy Urin schafft mit seinem Solo Projekt Euringer die Genres zu vermischen, und in Zusammenarbeit mit namenhaften Gast-Sängern ein avantgardistisches, surreales Feuerwerk abzubrennen.

Trackliste:

01. Trigger Warning
02. If it Ain't You Today it will be You Tomorrow (featuring Serj Tankian)
03. Problematic
04. That's How Jimmy Gets Down
05. Be Afraid of Who You Are
06. Piece of Me
07. Internal Organs
08. Wuthering Heights
09. Detroit and Only Half Way Thru the Tour
10. Fuck Everything (featuring Chantal Claret)
11. The Medicine Does Not Control Me (featuring Grimes)
12. What a Fool Believes
13. Do You Kiss Your Mama With That Mouth?
14. Sailor in a Life Boat (featuring Gerard Way)
15. Random EMO Top Line Generator
16. Two and a Half Years

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